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Prof. Dr. Eduard Arzt

Vorsitzender der Geschäftsführung am INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien in Saarbrücken und Professor für Neue Materialien an der Universität des Saarlandes
http://www.inm-gmbh.de

Lebenslauf

Prof. Dr. Eduard Arzt ist seit 2007 Vorsitzender der Geschäftsführung am INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien in Saarbrücken und Professor für Neue Materialien an der Universität des Saarlandes. Er studierte Physik und Mathematik an der Universität Wien und der Montanuniversität Leoben, Österreich, und promovierte 1980. Nach einem Postdoktorat an der Cambridge University, UK, leitete er ab 1982 eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart. 1990 wurde er dort zum Direktor und gleichzeitig zum Professor für Metallkunde an der Universität Stuttgart ernannt. Er war Gastprofessor an der Stanford University sowie am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge und verbrachte Forschungsaufenthalte am MIT und der University of California (alle USA).
Eduard Arzt erhielt eine Vielzahl an Wissenschaftspreisen, darunter den Max-Planck-Forschungspreis, den Gottfried Wilhelm Leibniz-Förderpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und den Wissenschaftspreis des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Er ist Korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und zählt zu den hoch zitierten Materialforschern weltweit.
Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Gebiete Nanomechanik von Materialien, Plastizität von Dünnschichtsystemen, moderne Strukturwerkstoffe und Mikromechanik biologischer und biomimetischer Systeme, mikrostrukturierte Adhäsionssysteme und Kontakttheorie.

Sein Thema bei Materials' Days 2011:

Bioinspirierte mesostrukturierte Haftsysteme – Von den Grundlagen zur Anwendung

Abstract:

Das INM hat in den letzten Jahren eine Neuorientierung in Richtung grenzflächenbestimmter Materialien und Strukturen, sowie Materialien im biologisch-medizinischen Kontext durchlaufen. Eines der Querschnittsthemen, die Themen neuer Gruppen mit denen der chemischen Nanotechnologie verbinden, ist die Erforschung bioinspirierter Haftoberflächen. Die Evolution hat verschiedene Oberflächen hervorgebracht, die spezielle Funktionen in optischer, thermodynamischer, hydrodynamischer oder mechanischer Hinsicht erfüllen. Beispiele sind der Mottenaugen-Effekt, der Lotus-Effekt, der Haifischhauteffekt und neuerdings der Gecko-Effekt. Das gemeinsame physikalische Grundprinzip ist die gezielte Mikro- und Nanostrukturierung, die inzwischen auch im Labor nachgebildet werden kann. Dieser Vortrag behandelt die grundlegende Prinzipien und derzeitige Entwicklungen künstlicher Gecko-Oberflächen. Foto einer pilzfoermigen HaftstrukturAm INM werden derartige Strukturen aus theoretischer und experimenteller Sicht erforscht; Schwerpunkte des Vortrags sind neue Messmethoden für Haftung, die Herstellung großflächiger Haftstrukturen sowie die Entwicklung erster responsiver Systeme, in denen die Adhäsion durch äußere Stimuli geschaltet werden kann. Diese Oberflächen versprechen interessante Anwendungen im Haushalt, in der Mikrofabrikation, bei Hygiene- und Sportartikeln sowie in der Medizintechnik.